Sheikh Zayed Desert Learning Center in Al Ain (VAE)

Im Osten der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) wird im Auftrag der Regierung in Abu Dhabi in der Oasenstadt Al Ain ein auf Nachhaltigkeit und Energieeffizienz beruhendes Tourismusprojekt realisiert. Ziel ist es, aufzuzeigen, dass auch in heißen Klimaregionen nahezu energieautarke Gebäude durch das Zusammenspiel von innovativen Planungsmethoden und alternativen Energieversorgungskonzepten entstehen können.

Im Zentrum des Al Ain Zoos erbaut, erhebt sich das Sheikh Zayed Desert Learning Center (SZDLC) an seinem höchsten Punkt fast 20 Meter aus dem Boden und beeindruckt in der flachen Wüstenlandschaft bereits von weitem. Als erstes im Rahmen des Projekts erstelltes Gebäude repräsentiert es die visionären Ideen und Konzepte seiner Bauherren und Planer.

Das SZDLC ist als Museum für die ökologische und kulturelle Entwicklungsgeschichte der Wüstenlandschaft mit einer Ausstellungsfläche von 2.000 m² konzipiert. Neben der Ausstellung, die in einer markanten, großräumig auskragenden Raumspirale um einen Innenhof angeordnet ist, beherbergt es zudem ein Forschungszentrum für Wüstenlandschaften und Umweltthemen, eine Bibliothek sowie einen Kinosaal.

Auf Energieeffizienz ausgelegt

Um den ambitionierten Zielen in Bezug auf die Energieeffizienz gerecht zu werden, unterlagen das architektonische Konzept, die Planung der Gebäudestruktur und nicht zuletzt die Wahl der Baustoffe hohen Ansprüchen. Die Verlagerung eines Großteils des Gebäudevolumens in die Tiefe sowie die Kombination aus einer massiven Betonhülle und einer gedämmten und hinterlüfteten Sandsteinfassade tragen dem Rechnung.

Prozess, Planer, Abstimmung - Spezialisten gefragt!

Entgegen der in den VAE üblichen Vorgehensweise entschied das ausführende Bauunternehmen aufgrund der Komplexität des Projekts, die Konstruktions- und Bewehrungsplanung an die „German Consulting Group“ zu übertragen. Dieses Netzwerk deutscher Fachplaner konnte aufgrund seiner gebündelten Expertise den gebotenen Herausforderungen effizient begegnen. Als einer der involvierten Spezialisten wurde das Ingenieurbüro Blechschmidt mit Sitz in Ottobrunn, Kunde der GLASER Programmsysteme GmbH und seit 20 Jahren -isb cad- Anwender, mit der kompletten Bewehrungsplanung (ca. 600 Bewehrungspläne) des Projekts beauftragt. Für die Entwurfs- und Eingabeplanung sowie die Prüfung der Bewehrungspläne war das Büro Bollinger, Grohmann und Schneider (heute Bollinger und Grohmann ZT) in Wien verantwortlich.

Koordinierter Workflow vom Modell zum Plan

In enger Abstimmung wurden nach den Anforderungen der Bewehrungsplanung aus dem 3D-Modell des skulpturartigen, größtenteils aus Freiformflächen bestehenden Bauwerks 2D Ansichten und Schnitte generiert. Die so gewonnenen Geometrien konnten in der weiteren Bearbeitung zur direkten Ableitung beliebiger Biegeformen genutzt werden. In dieser Phase bot die planorientierte Arbeitsweise mit -isb cad- sehr gute Unterstützung bei der Bewältigung der Herausforderungen, die sich z.B. bei der Entwicklung komplexer Biegeformen mit variablem Biegeradius ergaben. So konnte der hohe Aufwand, der sich vor allem auch durch die extrem hohe Zahl individuell zu entwickelnder Biegeformen ergab, innerhalb des 15-monatigen Planungszeitraums bewältigt werden.

Besondere Bauteile - Projekte im Projekt

Innerhalb der aufwändigen Gebäudestruktur waren es insbesondere zwei Bauteile, die aufgrund ihrer Geometrie und des außergewöhnlich hohen Bewehrungsgrades den Stellenwert von „Projekten im Projekt“ für die Planer des Ingenieurbüros Blechschmidt hatten. Zum einen der „Funnel“ (zu dt. „Trichter“), eine auf dem Kopf stehende, um einige Grad gekippte und mit rautenförmigen Öffnungen versehene Pyramide im Inneren des Bauwerks, zum anderen der „Tube Support“, der die auskragende, einer im Wüstensand liegenden Schlange ähnelnde Raumspirale trägt, die charakteristisch für das Sheikh Zayed Desert Learning Center ist.

Für die Bewehrungsplanung des „Funnels“ führten die Planer in Abständen von ca. 50 cm horizontale Schnitte, in denen anschließend mit -isb cad- die individuellen Biegeformen und Übergreifungen mit variablen Biegedurchmessern generiert wurden. Die vertikal verlaufenden Bewehrungsstäbe wurden entsprechend der Geometrie des Funnels aufgefächert. Die komplexe Bewehrungsführung in insgesamt drei Lagen stellte auch beim Einbringen der Bewehrung höchste Anforderungen an die Ausführenden.

Beim Tube Support, der tragenden Konstruktion unterhalb der Raumspirale, handelt es sich um ein Hohlkastenprofil mit pilzähnlichem Querschnitt. Zur Aufnahme der entstehenden Zugkräfte wurden vorgefertigte Zugbänder, teilweise sechsschnitte Verbügelungen, vor Ort präzise innerhalb eines lokalen Koordinatensystems zu rautenförmigen Konstruktionen verbunden. Auch bei der Ausführungsplanung des Tube Supports konnten die Planer die komplexe Bewehrung inkl. Echtdarstellung mithilfe der Spezialfunktionen von -isb cad- und den aus dem 3D-Modell gewonnenen Ansichten und Schnitten abbilden.

"Dieses Projekt war eine großartige Herausforderung. Mit -isb cad- haben wir über 600 Bewehrungspläne erstellt und haben unseren Teil für die Realisierung dieses Bauwerks geleistet."
Gerhard Blechschmidt, ibb ingenieure

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Projektdaten

BauherrAWPR, Al Ain Wildlife Park & Resort
ArchitektChalabi Architekten & Partner ZT GmbH
Bewehrungsplanung    ibb ingenieurbüro blechschmidt: Gerhard Blechschmidt, Jörg Erhardt, Karina Steiger
Fertigstellung2013
BRI76.420 m³
BGF12.200 m²
Ausstellungsfläche2.000 m²
Software CADBewehrung: GLASER -isb cad-; Schalung: Revit

 

Bildrechte: Gerhard Blechschmidt, Ottobrunn

ibb ingenieurbüro blechschmidt

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